Die Frage für Mittwoch, den 4. März

Vorab eine weitere Lebensweisheit des Lebenskünstlers vom Wochenende:


Wissen Sie – sagte er zu mir – ich schau gerne in den Himmel, ich liebe die Wolken, oder nachts auch die Sterne.


Ein Kollege wollte mir einmal einen Tipp geben, er schaue immer auf den Fußboden, damit er nicht ständig in Hundescheiße trete. Ich solle das auch so machen.

Meine Antwort war, er soll sich ruhig auf die Scheiße konzentrieren, ich konzentriere mich auf den Himmel.


Worauf richte ich eher den täglichen Blick, auf den Himmel oder auf die Scheiße?


Bin ich ein positiver Mensch, oder ein negativer Mensch?


Wird in meinem Denken eher alles schief laufen, oder gut laufen?

Die Frage für Dienstag,  den 3. März:

Die Geschichte von gestern war noch nicht zuende erzählt. 


Als wir uns verabschiedeten fragte er mich: “Darf ich Ihnen ein kleines Geschenk machen?” 


Wieder überkam mich das so unsichere Gefühl der Ohnmacht. 
So antwortete ich: “Warum das denn?”


Er kramte aus dem Inneren seiner Jacke ein kleines Passfoto von sich heraus.

Und sagte dann in mein verunsichertes Gesicht: “Wenn Sie gleich gehen, werde ich noch lange an unser Gespräch denken, vergessen werde ich sie nicht,  und ich möchte einfach von Ihnen auch nicht ganz so schnell wieder vergessen werden.”


Ich nahm das Foto, es hängt jetzt in meinem Wohnmobil.


Bei wem möchte ich in Erinnerung bleiben? 


Warum eigentlich? 


Was macht das mit meinem Leben sicher sein zu dürfen, nicht vergessen zu werden?

Die Frage für Montag, den 2. März:

Eine kurze Geschichte vom Wochenende.
Ich war in Bielefeld. U.a. in der Stadt.
Am Straßenrand saß ein mittelloser Mensch. Vor ihm der bekannte Trinkbecher zur Sammeldose umfunktioniert. Daneben ein Schild. Selbstgestaltet.
Erst beim zweiten Vorbeigehen las ich das Schild. „Mir geht es nicht gut. Ich bitte um ein Gespräch „.
Das war für mich der Hammer, denn das Schild traf mich sehr.
So sprach ich ihn an und es entwickelte sich ein toller Austausch. Er war ein sehr positiv eingestellter Mensch, der darunter litt, dass er so gut wie nicht mehr beachtet wird. Kein Vorwurf, kein Wehklagen. Fast klang seine Erzählung wie eine nüchterne Darstellung.
Wir sprachen eine ganze Weile. Dann fragte er mich – und die Frage verunsicherte mich zutiefst – darf ich sie heute zum Essen einladen?
Ich wusste fast nichts zu sagen und hörte mich dann sagen „ja, gerne“. Es war wie in einer verkehrten Welt, und doch spürte ich, dass es richtig war, diese Einladung anzunehmen.
Wir gingen zu einem Döner Schnellimbiss und fragte mich, was ich essen wolle. „Eine Salattasche“ antwortete ich ihm. Er verstand nicht und ich erklärte: “ einen Döner ohne Döner“
Er lachte sich schlapp und bestellte zwei Döner ohne Döner.
Das angebotene Getränk lehnte ich ab, es fühlte sich unwirklich an, Gast zu sein bei einem Menschen, der doch ohne Mittel dasteht.
Es war ein toller Abend. Er machte einen sehr glücklichen Eindruck und ich war zutiefst irritiert.


Meine Frage:

Fällt dir das Geben auch leichter als das Nehmen?


Warum ist das so?


Fühlen wir uns stark, wenn wir Geber sind?


Warum verunsichert die Rolle des Nehmers?


Warum bilde ich mir etwas auf Geben ein, wenn ich nicht einma dankbar l nehmen kann?

Die Frage für Samstag,  den 29. Februar :

Eines Tages werden wir sterben.  Darüber gibt es keine Diskussion. 
An deinem Grab soll 
deine Mutter (es ist eine fiktive Situation, also gehen wir davon aus, dass die hier genannten noch leben, nur du eben nicht), 
ein-e Freund-in, 
und ein Mensch aus deinem Leben,  der sich durch dich verletzt fühlen könnte, oder mit dem du im Streit lagst, eine Grabrede halten.
Was könnten sie aus ihrer Sicht realistisch sagen?
Würden dir die Worte aller drei Personen eine Hilfe sein die letzte Ruhe zu finden?
Wenn nein, kannst du noch zu Lebzeiten darauf hinarbeiten?

Fasten- / Passionszeit……kann Spuren von Nachdenklichkeit enthalten….

Bei Grübelei oder anderen Nebenwirkungen sprechen Sie mit einem Menschen, der Ihnen nahesteht ….

Oder – sollten Sie zu den Glücklichen gehören, die an einen Gott glauben – mit Ihrem Gott.

Mein Leben kennt viel mehr Fragen als Antworten. Anfangs hielt ich das für ein Manko, heute ist es der Treibstoff meines Lebens. Denn im wahrsten Sinne treiben mich die Fragen….

Einige der Fragen – die alle meine eigenen Fragen sind – möchte ich mit Euch und Ihnen teilen.

Eine Antwort erwarte ich nicht. Wer doch eine schreiben möchte, tue das bitte als Kommentar in diesen Blog. Vielleicht sind die Antworten der Dünger für neue Fragen, all derer, die hier lesen.

Aschermittwoch:

Was raubt meinem Leben Energie?

Warum lasse ich es zu?