Erster Adventssonntag

JVA Kirche. ca. 35 Gottesdienstbesucher. Ein paar mehr als sonst, es hat sich herumgesprochen, dass im Anschluss Kerzen verteilt werden. Vielleicht ist es auch die merkwürdige Stimmung innerhalb der Mauer, das Wissen darum, wieder ein Weihnachtsfest ohne Familie im Knast zu verbringen. Diese Stimmung lässt dann doch den einen oder anderen sich auf den Weg in die Kirche machen. Entfliehen. Was oder wem, können vermutlich die Wenigsten sagen. Zunächst sah es so aus, als gäbe es kein Klavierspiel. Aufgrund von Corona sollte nicht mal die Klavierspielerin in die Anstalt.
Der Adventkranz kam in letzter Minute. Auch da sah es so aus, als gäbe es dieses Jahr keinen.
Bei der Kommunion geht mir plötzlich auf, in welche Hände ich da die Hostie lege: die Hand hat eine Frau gewürgt, bis kein Leben mehr in ihr war. Die Hand hat Kinder gestreichelt, mehr als Recht ist. Die Hand hat ein Gesicht zertrümmert.
Jesus ist nicht zimperlich. Er lässt sich in jede der aufgehaltenen Hände legen.
Wer ihn erbittet, der bekommt ihn.
Er ist auf Herbergssuche in diesen Tagen..
Unser Gut-sein oder unser Schlecht-sein scheint kein Kriterium zu sein.

Ich wünsche Euch einen 1. Advent mit der Tuchfühlung zum Guten Geist Gottes.

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