8. Dezember (Dienstag der zweiten Adventswoche)

In meinem Büro habe ich drei gleich aussehende Adventkalender. 

Zwei im Schrank versteckt, einen auf meinem Tisch, an dem ich die Gespräche führe. 

Wer vormittags zu mir zum Gespräch kommt findet immer einen Kalender vor, dessen Tagestürchen noch nicht geöffnet ist. Dann hört er den Satz: Der erste darf das Türchen aufmachen. Eine kleine Lüge, die ich da dem zweiten und dritten Gesprächspartner auftische, aber am Vormittag hat jeder meiner Gesprächspartner das Gefühl “der Erste” zu sein. Und ich bilde mir ein, aufgrund der Tatsache der Erste zu sein,  strahlen die Augen ein wenig (oder ist es so?). Ich hoffe dann, dass es mir im Gespräch auch gelingt dem Gesprächspartner zu vermitteln “der Erste” oder übersetzt: “in diesem Moment der Wichtigste” zu sein. 

Viele fühlen sich Zeit ihres Lebens immer auf einem der letzten Plätze. Da kann es auch schon mal „passieren „, dass „man“ große Scheiße baut, um wenigstens gesehen zu werden. 

In meinem Büro möchte ich sie sehen,  ohne, dass sie auf sich aufmerksam machen müssen.  Und siehe da, sie öffnen mehr als das Türchen des Adventskalenders,  sie öffnen – wenn das Gespräch gelingt – auch das Türchen ihres Herzens. (Und wenn es nur ein Spalt ist)

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