5. Dezember (Samstag der ersten Adventswoche)

Wenn wir an Weihnachten sagen: Gott wollte in unserer Haut stecken, darum wurde er Mensch, dann fällt mir die tätowierte Haut unserer Inhaftierten ein. Es gibt Motive, die „knasttypisch“ sind. Wer im Gefängnis ist und gerne ein Tattoo hätte, schraubt seinen Rasierapparat oder seinen CD-Player auseinander, baut den Motor aus, setzt ihn auf einen Kugelschreiber, steckt den Draht des Feuerzeuges hinein und sticht sich damit Russ mit Duschgel unter die Haut. Es ist nicht nur verboten hinter Gittern, auch das Infektionsrisiko ist extrem hoch.

Religiöse Symbole wie das Kreuz oder die betenden Hände Düres sind hoch im Kurs. Kreuze finden sich fast überall: klein und groß oder mit einer Rose verbunden. Rosenkränze oder Bibelverse kommen ebenso vor. Und man könnte sagen: Das ist religiöse Tätowierung.

Was wäre mir so wichtig, dass es mir unter die Haut gehen darf?

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