28. Juni 2020 (ein Sonntag)

Meine Schwester schaute gestern etwas betreten, als ich ihr sagte mit dem Flixbus nach Paris fahren zu wollen. In ihrem Gesicht formte sich die Frage „warum tust du dir das denn an?“ Und ich beantworte diese stumme Frage mit dem Hinweis, dass ich gerne mal den Flixbus ausprobieren wolle. Zudem führe ich ab Paris weiter mit dem Zug bis Saint Joan Pied de Port, um dort den Camino zu starten.

Heute Morgen,  ich hatte noch Dienst in der JVA, war ich gedanklich schon unterwegs. Da ich unterwegs meinen Büroschlüssel nicht benötige, hatte ich ihn zu Hause liegen gelassen,  was mir im Gefängnis nicht sehr dienlich war. 

Jetzt aber – inzwischen ist es 22.50 Uhr – sitze ich in dem doppelstöckigen grünen Frosch und hoffe gleich schlafen zu können. 

„Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen,  darum bitten wir Sie von Anfang an bis zum Ende der Fahrt einen Mund- Nasenschutz zu tragen, beim Einsteigen die Abstandsregeln einzuhalten,  sich am Einstieg die Hände zu desinfizieren und nur die Sitzplätze zu belegen, die eine grüne Kennzeichnung haben.“

(Sicherheitskonzept Flixbus)

Das mit dem Abstand hat nicht so ganz geklappt. Drängen und Schupsen um die besten Plätze. Da flutscht einer am Checkin vorbei an den Fahrer ohne Mund- Nasenschutz. Der Fahrer mahnt ihn, der Flutscher erwidert den Schutz vergessen zu haben.  „Ja dann – aber sie müssten“ und schon ist er drin.

Als ich einsteige wundere ich mich zum zweiten Mal: alle Sitze haben eine grüne Kennzeichnung. 

Anfangs hat jeder einen Doppelsitz für sich. Ab Lüttich ist der letzte Platz besetzt.

Deutsche und Ausländer, Schwarze und Weiße,  Alte und Junge, Männer und Frauen, geschätzt 80 an der Zahl, haben alle etwas gemeinsam: sie atmen. 

In 1,5 Stunden sollten wir in Paris sein. 

Die Mund- Nasenschutze hängen bei den meisten irgendwo am Kinn, dann schnarcht es sich auch besser.

Ob Flixbus so eine gute Idee war?

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