20. Juli 2020

Santiago will mich nicht gehen lassen. 

Geplant war zunächst ein Flug nach Düsseldorf.  Realität: der Flug über Madrid (eine Nacht Aufenthalt) über Zürich (eine Nacht Aufenthalt) nach Düsseldorf. Kosten mehr als 600 Euro. Also die Bahn als zweite Wahl.

Die Bahn-fachkraft erklärte mir sehr unfreundlich: you are to late. Und wollte mir damit sagen „heute geht gar nichts mehr.“ Dann bot sie mir für morgen eine Zugfahrt an: Santiago de Compostela nach Barcelona (eine Nacht) Madrid (eine Nacht) schließlich Paris.  Wie es dann weiterginge wüsste sie nicht. Für den internationalen Bahnverkehr habe sie keine Software.

Super, beides klingt nach Urlaub auf Flughafensesseln oder auf der Schiene.  Immerhin bin ich drei Tage unterwegs. Und gammel noch einen Tag in Santiago herum. 

Matteo ereilt das gleiche Schicksal, auch er kommt frühestens morgen weg.

Also besuchten wir erst einmal die Pilgermesse. Ansonsten mit hunderten Pilgern feierlich in der Kathedrale, heute in einer kleinen Kirche mit 40 Pilgern und die Orgel spielte vom Band. Ein asiatischer Priester fragte mich, ob ich nicht mit ihm zusammen zelebrieren wolle, und ich habe mich breit schlagen lassen.  Somit darf ich sagen, in Santiago de Compostela bereits die offizielle Pilgermesse zelebriert zu haben. Matteo kommentierte später nur „endlich habe ich dich mal arbeiten gesehen“ und Arbeit war es, mit Maske vor der Nase, ständig beschlagener Brille englische Gebete sprechen zu müssen die hinter dem Nebel auf meiner Brille eher verschwammen.

Aber es hat Freude gemacht.  

Matteo, der anschließend nach Finesterre wollte, zog es dann vor mit mir zu lunchen. Fuhr nach diesem mit dem Bus zum Ende der Welt und kommt von diesem heute Abend zurück.  

Das Zimmer in der Herberge habe ich für uns zwei gleich noch für eine Nacht gebucht, bevor ich dann ab morgen Mittag meine Lebenszeit für fast drei Tage auf der europäischen Autobahn verbringe.

ALSA (so eine Art spanischer Flixbus) bringt mich in 23 Stunden 😝 Fahrt nach Paris. Schlendere dann unbestimmt durch die Stadt der Liebe und werde vergebens hoffen (ich stinke, und die Klamotten wurden die letzten Wochen nur mit der Hand in kaltem Wasser durchgewaschen) Dann steige ich wenige Stunden später ungeliebt in den grünen Kumpel und fahre flix 8 Stunden nach Düsseldorf. Dort warte ich auf den ersten Zug am Donnerstag morgen, Dann ist es nur noch ein Stündchen bis Geldern. 

Laufen wäre mir fast lieber gewesen. 

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