19. Juli 2020 von MELIDE nach SANTIAGO DE COMPOSTELA – 62,3 km

Liege im Bett und lasse den Tag revue passieren.  Und der fing um 5.15 uhr. Zu dem Zeitpunkt klingelte der Wecker und ich war alles andere, als sicher, heute in Santiago ankommen zu dürfen.  Mir war einfach nur schlecht. Übelkeit. Entweder gestern der massiven Sonne geschuldet, oder der Frutti del mare in den Nudeln. Letztendlich auch egal, mir war schlecht.  Als wir u..6.15 Uhr vor die Tür traten, war es noch dunkel und auf der anderen Straßenseite lief eine junge Frau- anfang dreißig – mit Rucksack . PEREGRINO. sie schien sich des Weges sicher zu sein, wir auch, aber unser war ein anderer. 10 Minuten später trafen wir uns kurz hinter der Stadt an einer Weggabel erneut.  Die Straßenlampe beleuchtete sie und machte sie sofort 10 Jahre älter. Wir kamen ins Gespräch. Annabel aus Spanien. Sie feierte heute ihren 50 Geburtstag. BINGO + 10 JAHRE.

So liefen wir bis Pedrouzo, also ca 34 km, gemeinsam. Angenehme Person, die etwas zu erzählen hatte und zudem mit dem wunderbaren Nebeneffekt, diese Frau bremste unser Tempo aus, was mir an diesem Morgen einfach gut tat.

Nach Pedrouzo ging es mir halbwegs uns Matteo zog gleich das Tempo an, was mir recht war, da es mir inzwischen wesentlich besser ging. Ab Moto de Gozo, musste ich jedoch einen Tacken zurückschalten,  denn uphill strengte mich einfach an. Sehr wohl notierte ich aber, dass Matteo sehnsüchtig eine Bar suchte und sich gelegentlich auf eine Mauer setzte, ohne jedoch zuzugeben, dass auch er erschöpft war. Vollkommen ok,  ich weiß, wie schwer es fällt, wenn ich mich über meine Kraft definiere. Zudem waren wir schon 50 km und mehr gelaufen. 

In Santiago angekommen überkam es mich wieder, wie beim letzten Mal.  Es gab keine Gewohnheit, sondern nur Ergriffenheit. Matteo ging es ähnlich. 

Nachdem wir eine Zeit genossen hatten und unser Genießen durch Fotos belegt hatten, traten wir den Weg zur Herberge „Seminario“ an. An einer Kirche vorbei kommend spendeten wir uns gegenseitig den Segen.  Es war ein kurzer Akt, der mir viel bedeutete. wie er bei Matteo ankam, weiß ich nicht, ich las Verwunderung und Zustimmung in seinem Gesicht. 

Morgen gibt es das Credecial und die Pilgermesse, dann hat uns der Alltag wieder.

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