10. Juli 2020 von COREON DES LOS CONDES nach SHAGUN – 48,6 km

Um 9.00 Uhr erreichte ich nach 18 km immer Geradeauslaufen das verschlafene Nest Calzadilla de la Cueza. Hier hatte ich auf eine Bar gehofft, aber hier ist nichts. Die Türen sind alle verrammelt.

Ok, mache ich Pause im Dorfpark, indem mir das Gras inzwischen bis an die Knie wächst. Auf den asphaltierten Flächen versteht sich. Irgendwo brummt ein Trecker. Es gibt also Lebewesen hier. Ok, ich habe noch Brot und Käse dabei. Gleich geht es dann weiter. Geplant habe ich heute bis Shagun zu laufen, das wäre irgendwo zwischen 40 und 50 km.

Mauro fehlt mir. Auch wenn wir morgens viel geschwiegen haben. Zu zweit Schweigen schweigt es sich anders als allein. 

10.55 Uhr

Nach 27 km endlich eine Bar, die mir einen Cafe con leche en el baso verkauft.  Ob das so richtig ist, weiß  ich nicht, aber ich bekomme,  was ich möchte, einen Kaffee mit Milch im Glas.

Die Landschaft ist nicht der Brüller. Meseta eben,  das Hochland ohne Schatten und Getreidefelder soweit das Auge reicht.

Wüsste gerne, wie weit es noch bis Santiago ist, aber die Angaben liegen weit auseinander. Meine App sagt 381,4 km. Am Hinweisschild lese ich 373,9 km. Vor ca 10 Minuten gab es ein Hinweisschild für Pilger, das mit 405 km bei weitem die größte Distanz angab.

Letztendlich egal, ich komme der Kathedrale von Santiago de Compostela mit jedem Schritt näher.

Meine Stimmung ist heute so lala. Wunderte mich über meinen Ärger, als im ersten Dorf nach 18 km die Bar geschlossen hatte. In jedem Fall stand der Ärger in keinem Verhältnis zur Tatsache.

15.30 Uhr

Erreichte ich Shagun und die Albergue de las Madres Benedictinas. Ordensbrüder betreiben die Herberge und wenngleich diese Unterkunft coronabedingt die einzige in der Stadt ist, sind sie mit 6 Euro für die Übernachtung zufrieden. Bei der Begrüßung spürte ich noch die Verunsicherung der Padres. Es war der erste Öffnungstag „nach“ Corona. Sie wollten nichts falsch machen und so wurden Schuhe und Rucksack vom oben bis unten besprüht und in separate Tüten verpackt. Mir wurde Fieber gemessen und es gab eine ganze Latte von Verhaltensregeln.

Der Weg strengte mich heute nicht an, wenngleich meine Samsung Health App 46 km angibt. 

Auf dem Weg habe ich nicht einen Pilger getroffen. Gestern in der Herberge waren wir zu viert. Heute zähle ich drei Pilger.

Werde mir jetzt etwas zum Essen kaufen.

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